Zur Dekohärenztheorie

Die bekannte Tatsache, dass eine quantenphysikalische Verschränkung verschwindet, wenn man einen klassischen Zustand nur beobachten könnte (der zunächst rein technisch, also "unbeobachtet" gemessen wurde), erhält mit der Dekohärenztheorie eine Erklärung, die zwar nicht ohne Bewusstsein, aber ohne besonderen bewussten Beobachter auskommt. Die Verschränkung mit der Umgebung führt zu so vielen Freiheitsgraden (Informationen), dass über diese gemittelt werden muss, da sie praktisch unmöglich zu beobachten sind. Diese Mittelung aber verwandelt die Verschränktheit in ein Gemisch klassischer Zustände.

Das heißt, die zur Ganzheit notwendige Näherung lässt aus einer Verschränkung feste Objekte kondensieren.

Besteht diese Notwendigkeit nur für einen menschlichen Beobachter? Nein. Wenn irgendwelche Strukturen ohne Menschen existieren, müssen sie selbst Näherungen bilden. Denn auch ein einfaches System erfasst nicht alle Informationen (Freiheitsgrade) eines komplexen Systems und reagiert dennoch auf dessen Ganzheit. Ob allein ein gesondertes Bewusstsein, wie das des Menschen, beobachtet, ist damit keine quantentheoretische Frage mehr, sondern - wie im Allgemeinen auch - eine metaphysische.

In meinem Buch habe ich begründet, warum Bewusstsein allgegenwärtig ist - womit sich die Frage selbst erübrigt.

Claus Janew

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