Zum Qubit als unabhängige Information

Die Hervorhebung von unabhängiger Information durch einige Quantenphysiker (Anton Zeilinger, Thomas Görnitz) ist ein bemerkenswerter Schritt in Richtung Einheit von Materie, Energie und Geist. Die Information wird dazu von Trägern und Bedeutungen entkleidet, so dass im einfachsten Fall eine simple Unterteilung übrig bleibt, eine einfache Alternative. Damit eine solche Unterscheidung in irgendeiner Weise wirksam werden oder auch nur „sein“ kann, muss sie natürlich stattfinden. Und die Seiten müssen auch zusammengefasst werden, eine Einheit bilden, um eben Alternativen zu sein. Dies ist nicht von der Wahrnehmung eines Lebewesens abhängig. Es ist vielmehr die elementare Information selbst, der das Stattfinden zukommt, eine elementare Dynamik des Standpunktwechsels zwischen den Alternativen und damit auch zwischen deren Einheit und Unterschied.

Hier sehe ich den Anknüpfungspunkt zu dem, was ich Infinitesimalstruktur nenne. Wie in meinem  Buch Bewusstsein und Realität beschrieben, löst dieses Konzept auch konsequent die Frage nach dem freien Willen, da es ihn nicht aus Zufall und Determination zusammensetzen muss.

Was mit der Infinitesimalstruktur eingeführt wird ist allerdings mehr ein Bewusstsein als eine blanke Information. Auch „Bedeutung“ erhält einen elementaren Zug, denn jede Informationsverarbeitung ist Übersetzen, Konzentrieren, Selektieren. Die bedeutungsfreie Information bekommt den Charakter einer stabilen Näherung der individuellen, wechselnden „Blickwinkel“, aus denen sie abgeleitet wurde und in die sie potentiell wieder eingehen muss (siehe Abschnitt Dynamische Existenz im genannten Buch). Dies gilt ebenso für Determinationen bzw. mathematische Formeln. Allein die „Härte“ vieler Gesetzmäßigkeiten kann Verwirrung stiften, ist jedoch in einem größeren, wenn auch spekulativen Rahmen plausibel, der das unermessliche „Meer“ der unterbewussten Standpunkte einbezieht.

Dass die Infinitesimalstruktur mit Nullpunkten arbeitet, sollte kein grundsätzliches Problem sein, sofern man das Plancksche Wirkungsquantum ebenso wie den bekannten Kosmos als vorläufige Grenze der Quantisierung akzeptiert. Die Rückkehr der Bedeutung in das Elementare (obschon zu harten Näherungen verdichtet) lässt sich ferner damit begründen, dass von Genauigkeit einer Beschreibung konsequent nur dann gesprochen werden kann, wenn alle beteiligten Ebenen der Ganzheit gleichermaßen einbezogen sind. Am grundlegenden Charakter aller Elemente ändert das ja nichts.

Claus Janew

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