Theopraxis

Eine "magische" Methodenlehre ohne umfassende weltanschauliche Grundlage macht nach meinem Eindruck anfällig für jede Form von Beliebigkeit, wie:

  • Gleichgültigkeit gegenüber anderen
  • Selbstverleugnung
  • Immunität gegen Kritik
  • Frustrierende Irr- und Umwege
  • Angst vor der eigenen Macht
  • Tunnelblick auf die Ziele
  • Verschwörungsparanoia

Um Beliebigkeit zu vermeiden, braucht es dreierlei:

  1. Wiederholte Selbstversenkung, um der inneren Authentizität Raum zu geben.
  2. Offenheit für andere Blickwinkel, um den eigenen zu überprüfen.
  3. Vernunft, um alles zu prüfen.

Tiefe Meditation ist unersetzlich und notwendig, kann aber verzerrte Deutungen für unser Wachleben nicht allein ausschließen. Die Betrachtung mit den Augen anderer ist eine Vorraussetzung vernünftiger Gewissheit. Doch nur verständiges Denken als abstraktes Kondensat vielfältiger Erfahrungen kann schließlich ein Bezugsgeflecht, eine Theorie, bilden, die die Praxis trägt und in neue Gebiete führt - sofern sie die ersten beiden Punkte nicht vernachlässigt. 

Neugier und Experimentierfreude sind sowohl Teil als auch Vorraussetzung dieser Theopraxis; nicht aber als Quelle beschränkender Subjektivität.

 

Claus Janew

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